Life Summit Berlin 2026: Was Longevity-Forscher über Ernährung sagen

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Wer schon mal mit mir über Longevity geredet hat, weiß: Ich bin skeptisch gegenüber den meisten Versprechen in diesem Bereich. Aber es gibt Forschungsrichtungen, die mich in den letzten Jahren wirklich überrascht haben. Und die meisten davon haben direkt mit Ernährung zu tun.

Das Life Summit Berlin bringt Ende Mai genau diese Forschung auf die Bühne. Das Thema Essen zieht sich durch fast jeden Track. Hier sind die Vorträge, auf die ich am meisten gespannt bin.

Steve Horvath: Altern ist keine Einbahnstraße

Dr. Steve Horvath von der UCLA hat die epigenetische Uhr entwickelt: eine Methode, um das biologische Alter aus dem Blut abzulesen. Wir haben erklärt, was das bedeutet, und es gibt einen eigenen Erfahrungsbericht zum epiAge-Test.

Was seine aktuelle Forschung zeigt: Das biologische Alter ist veränderbar. Kalorienrestriktion, Schlaf, Stressreduktion, bestimmte Supplementierungen. All das hinterlässt messbare Spuren in der Methylierungsstruktur der DNA. Sein Vortrag heißt The Plasticity of Time: What Epigenetic Clocks Reveal About Reversibility of Aging. Mich interessiert dabei vor allem eine Frage: Wie groß ist der Einfluss von Ernährung wirklich — im Vergleich zu anderen Faktoren?

Robert Lustig: Zucker als Zellgift

Robert Lustig, emeritierter Professor für Pädiatrie an der UCSF, beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Zucker, Stoffwechsel und Zellgesundheit. Sein Buch gibt es auf Deutsch: Die bittere Wahrheit über Zucker. Der Titel seines Vortrags klingt drastisch, ist aber wissenschaftlich belegt: Sugar Is a Mitochondrial Toxin.

Die These: Nicht alle Kalorien sind gleich. Fructose schadet Mitochondrien auf eine Art, die weit über Gewichtszunahme hinausgeht. Mitochondriale Dysfunktion gilt als einer der Kernmechanismen des Alterns. Was ich von Lustig konkret wissen will: Welche Zuckerformen sind das eigentliche Problem, in welcher Menge, und was bedeutet das für die Küche?

Die meisten Supplement-Stacks sind falsch zusammengestellt

So heißt ein Panel am Freitag: Your Supplements Are Probably Wrong. Schon der Titel trifft einen Nerv. Viele Menschen nehmen Nahrungsergänzungsmittel, ohne zu wissen, ob sie davon profitieren. Das fängt bei der Dosierung an, geht über den richtigen Zeitpunkt und endet bei der Frage der Bioverfügbarkeit. Im Panel sitzen unter anderem Sophie Chabloz von Aveva und mehrere Ernährungsmedizinerinnen. Ich gehe mit einer konkreten Frage rein: Was sind die häufigsten Fehler, und was lohnt sich wirklich?

Longevity in der Küche: Was sind die größten Hebel?

Bas Kast, Autor des Ernährungskompass, spricht in einem Fireside Chat über den Stand der Ernährungswissenschaft — Studien lesen, filtern, verständlich machen. Am zweiten Tag folgt Dr. Mirco Castellano mit Longevity in the Kitchen: einfache Protokolle und größte Hebel. Kein akademischer Vortrag, sondern eine ganz konkrete Antwort auf die Frage: Was kann ich beim Essen ändern, ohne das Leben komplizierter zu machen?

Und noch viel mehr

Das Life Summit geht weit über Ernährung hinaus. Dr. Aubrey de Grey spricht über Longevity Escape Velocity. Dahinter steckt die Idee, dass der medizinische Fortschritt irgendwann schneller voranschreitet als wir altern. Wer diesen Punkt erlebt, würde theoretisch jedes Jahr mehr Lebenserwartung gewinnen als vergehen. Dr. Dominik Nischwitz zeigt, warum Mundgesundheit ein unterschätzter Longevity-Faktor ist, und ein eigener Sleep-Track widmet sich ausschließlich dem Schlaf. Dazu Vorträge zu Gentherapie, Stammzellen, Hormontherapie und Kryokonservierung. Wer kommt, bekommt einen Gesamtüberblick über das, was die Forschung 2026 bewegt.

Das Life Summit findet am 29. und 30. Mai 2026 im Estrel Berlin statt. Unter lifesummit.berlin/press verlosen die Veranstalter fünf kostenlose Tickets. Wer nicht gewinnt, bekommt einen Rabattcode.

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